Seit 1980 wird der Vater in vielen italienischen Städten und in Städten anderer Länder durch nächtliche Gebetswachen geehrt, jeweils in der Nacht vom 6. zum 7. eines jeden Monats und von abends 21 Uhr bis morgens 6 Uhr. Die Absicht der Gebetsnachtwache, die möglichst feierlich vor dem ausgesetzten Allerheiligsten Sakrament und durch das Gebet der kompletten vier Rosenkranzgeheimnisse gestaltet wird, ist, dass der Vater von allen Menschen erkannt, geehrt und geliebt werde und dass Sein Reich der Liebe bald komme, wie uns vor 2000 Jahren Jesus Christus im Vaterunser zu bitten gelehrt hat.

Jesus ist in die Welt gekommen, um uns Seinen Vater und unseren Vater zu zeigen, von dem alle herkommen und zu dem alle zurückkehren werden. Seine Heiligkeit Johannes Paul II. drückte dieses so aus:

«Von Anfang bis Ende ist diese theozentrische Richtung des Lebens und das Wirken Jesu klar und eindeutig. Er führt die Seinen «zum Vater», schafft dazu ein deutliches Lebensmodell, das zum Vater hin orientiert ist. «Ich habe die Gebote Meines Vaters befolgt und bleibe in Seiner Liebe». Jesus betrachtet Seine Speise darin, «in der Liebe des Vaters zu bleiben» - das bedeutet, Seinen Willen zu tun: «Meine Speise ist es , den Willen dessen zu tun, der mich gesandt hat, um Sein Werk zu Ende zu bringen» (Joh 4,34) (Johannes Paul II. – Audienz vom 24.8.1988).

Doch um stets im Willen des Vaters zu sein, zieht sich Jesus häufig zum Gebet zurück, vor allem während des nachts: «Jesus verbrachte eine lange Zeit im Gebet» (Lk 6,12; 11,1) «vor allem in den nächtlichen Stunden und an einsamen Orten» (Mk 1,35; Mt 14,23; Lk 6,12). Das hauptsächliche Modell des nächtlichen Gebetes ist die Nacht in Getsemani, als Jesus dem großen «Todeskampf» entgegentritt und diesen gewinnt, dank der Hilfe, die Ihm der Vater durch das Gebet sendet.

Wenn wir also den Vater kennenlernen wollen – und dies ist unsere hauptsächliche Aufgabe – müssen wir «viel Zeit in bittendem und tiefem Gebet verbringen». So sagt der Heilige Vater weiter:

«In dem Leben, das vollkommen auf den Vater ausgerichtet und das zutiefst mit Ihm vereint ist, ist auch Jesus Christus das Modell für unser Gebet, für unser Leben in geistiger und wörtlicher Anbetung. Er hat uns nicht nur zu beten gelehrt, wie es hauptsächlich im Vaterunser geschah (vrgl. Mt 6,9ff), das Beispiel Seines Gebetes zeigt sich uns  vor allem im Moment der Offenbarung Seiner Bindung und Seiner Einheit mit dem Vater. Man kann sagen, dass in Seinem Gebet auf ganz besondere Weise der Fakt bestätigt wird, dass «nur der Sohn den Vater kennt» (vrgl. Mt 11,27; Lk 10,22) (Johannes Paul II., Audienz vom 24.8.1988).

Nach dem Beispiel Jesu Christi unseres Meisters haben wir beschlossen, dass auch wir «viel Zeit im Gebet verbringen, vor allem in den nächtlichen Stunden», und so veranstalten wir die MONATLICHEN GEBETSNACHTWACHEN zu Ehren des Vaters, immer vom 6. zum 7. eines jeden Monats und von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens.

Jesus «suchte einsame Orte» für seine nächtlichen Gebete auf. Und für uns, welcher Ort könnte da nicht geeigneter sein als der in der Kirche, in der Jesus lebt und uns erwartet, eigens um uns den Vater zu zeigen?

Warum haben wir ausgerechnet die Nacht von einem 6. zum 7. des Monats gewählt? Damit sich die Menschen daran erinnern, dass der 7. Tag geheiligt ist, der somit wieder zum ’Dies Domini’, zum Tag des Herrn werden möge.

Aus inzwischen über zwanzigjährigen Erfahrungen können wir versichern, dass es eine heilige Nacht voll der Gnaden ist. Der Vater kann ja die Einladung an Seine Kinder nicht zurückweisen, die Ihn zusammen mit Jesus, der feierlich im Sakrament ausgesetzt ist, und zusammen mit Maria anrufen, deren gesamter Rosenkranz während der Nacht gebetet wird.

Um mit einer solchen Erfahrung selbst beginnen zu wollen, muß man eine Kirche finden, in der die Anwesenheit eines Priesters sichergestellt ist, der die Hl. Messe in der Nacht um 23 Uhr zelebriert und wiederum am Morgen um 5 Uhr. Wenn das nicht möglich ist, kann man vielleicht einen Priester finden, der nur eine Messe anstelle der beiden zelebriert. Wenn man auch für eine Hl. Messe keinen Priester findet, wird man den Pfarrer oder jemanden an seiner statt bitten, das Allerheiligste Sakrament am Abend auszustellen und am Morgen dann wieder in den Tabernakel zurückzubringen.