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„Helft der Kirche bei ihrer Mission“ (Rede vor 10.000 Kindern der Armata Bianca, 27 Mai 1989)

Liebe Jungen und Mädchen, ihr gehört jener bedeutenden Gebets- und Apostolatsgemeinschaft an, die sich „Armata Bianca“ nennt, weil sie der Heiligen Jungfrau Maria geweiht ist. Ihr kennt die Aufgaben eurer Gemeinschaft: sich Gott, dem Vater und Maria zu weihen und den Rosenkranz in dem besonderen Anliegen zur Rückkehr vieler zur christlichen Botschaft zu beten. Ich ermuntere euch, dieser Aufgabe treu zu sein…...gehe zu >>
 

 

 

„Die Schule Mariens“ (Predigt in Fatima, 13 Mai 2000)

Diese Predigt zeigt die vollkommene Übereinstimmung unserer Ansicht mit der des Oberhirten unserer Kirche, auch in Bezug auf die Apokalypse und die „Frau, von der Sonne bekleidet“.  gehe zu >>
 

 

„Wir werden Apostel unter den Kindern haben!“ (Audienz vom 17. August 1994):

„(…) Die Liebe und die Achtung Jesu für die Kinder sind ein Licht für die Kirche, die ihren Gründer nachahmt. Sie kann nicht anders, als die Kinder annehmen, so wie Er sie angenommen hat. (…) Die Kirche ermutigt die Eltern und die Erzieher, die Kinder an ein sakramentales Leben heranzuführen, vor allem zu dem Sakrament des Verzeihens und an das der Teilnahme an der Eucharistie. (…) „Es werden Apostel unter den Kindern sein.“…gehe zu >>
   

 

„Liebe Kinder, ich beauftrage Euch mit dem Gebet für den Frieden“ (Brief an die Kinder vom 13 Dezember 1994)

„Wie wichtig ist ein Kind in den Augen Jesu! (…) Es stimmt wirklich: Jesus und Seine Mutter wählen oft Kinder aus, um ihnen Aufgaben anzuvertrauen, die von großer Bedeutung für das Leben der Kirche und der Menschheit sind. (…) Er schätzt ganz besonders ihr Gebet. Was für eine enorme Macht hat das Gebet der Kinder! (…) Ich habe beschlossen, euch, liebe Kinder, zu bitten, das Gebet für den Frieden zu eurem besonderen Anliegen zu machen.“ gehe zu >>

 

 

Die Kinder von heute: neue Evangelisatoren (Angelus-Gebet von Sonntag, 6. Januar 2002)

„(…) Die Kirche vertraut heute die Aufgabe der Evangelisierung in ganz besonderer Weise den Kindern an. (…)“   gehe zu >>
 


 

 

Auch ich zähle für die Erfüllung meines Amtes auf das Gebet der Kinder - und ich sehe, dass ich dieses zu Recht tue – und auf ihre aktive Beteiligung an der Sendung der Kirche. (ANGELUS, 6. Januar 2006).

“Liebe Kinder! (…) Ich sehe in Euch kleine Mitarbeiter an dem Dienst, den der Papst der Kirche und der Welt erweist: Ihr unterstützt mich mit Eurem Gebet und auch mit Eurem Einsatz zur Verbreitung des Evangeliums. (…)“ - (Brief an die Kinder der Kindermission, aus Castel Gandolfo, am 3. September 2007 – in Wien/Österreich am 10. September verlesen)


 

Monsignore Paul Hnilica SJ ist am 8. Oktober 2006 in den Himmel gegangen, Jahrestag des Weiheaktes der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens im Jahre 2000, der von ihm hartnäckig gewünscht worden war.
Die Armata Bianca verdankt Monsignore Hnilica sehr viel, der sie bis zu seinem Verscheiden auf ihren Wegen begleitet hat, stets mit der Liebe eines Vaters und der Zärtlichkeit einer Mutter.
Um ihm unsere Dankbarkeit auszudrücken, finden wir keine besseren Worte als die seinen selbst, die er 1977 zur Präsentation unseres Buches „Fatima und die Kinder“ verfasst hat.

Zeugnis seiner Exzellenz Monsignore Hnilica

Als ich schon Bischof war, musste ich aus meiner Heimat, der Tschechoslowakei, zusammen mit einigen Seminaristen fliehen, denn wir waren wegen der Religion verfolgt. Da wurde ich durch die Unschuld der Kinder gerettet.Jetzt erzähle ich euch, liebe Kinder, wie sich das zugetragen hat.
Wir hatten uns in den Wald zurückgezogen, zusammen mit zwei Ortskundigen, die uns bis über die Grenze führen sollten. In unserer Gruppe befand sich auch eine Mutter mit einem sechsjährigen Kind – Iwan – und einem Mädchen, das fünf, sechs Monate alt gewesen ist. Weil die Frau nicht alle beiden Kinder im Arm tragen konnte, bot ich mich an, den Jungen zu tragen. Wir gingen drei Nächte hindurch, versteckten uns tagsüber, denn dieses Gebiet war überwacht. Wir kamen nur sehr langsam voran. An der Spitze gingen die beiden Führer, die den Boden mit kleinen Stöcken abtasteten um bemerken zu können, ob sich dort Drähte befänden, die, wenn man sie mit dem Fuß berührt hätte, die Grenzwache auf unsere Spuren geführt hätte.

Ich trug Iwan immer auf meinen Schultern. Ich erinnere mich, wie wir in der letzten Nacht mit einem Schlauchboot über die Mähren (ein Fluß) fahren mussten, jedesmal mit nur drei Personen. Alle wollten unter den Ersten sein. Ich sorgte jedoch dafür, dass die Mutter mit dem Kleinchen zuerst fährt, und dann versuchte ich mit aller Zärtlichkeit und mit allen Versprechungen der Welt den kleinen Jungen zu beruhigen, der nahe daran war zu weinen, als er sah, wie sich die Mama entfernte. Nach zwei Stunden hatten wir alle den Fluß überquert und wir befanden uns schon in Österreich, doch immer noch in der russischen Zone.

Wir befanden uns nun schon recht nahe der Eisenbahn, wo wir den Zug hätten nehmen können, und wir fühlten uns bereits gerettet. Doch unvermittelt und ganz verblüfft blieben die Führer stehen: außer einer kleinen Brücke, die wir überschreiten mussten, stand dort eine Baracke, die sie zuvor nie gesehen hatten. Sie sagten zu uns, dass es vielleicht die Baracke von ein paar Arbeitern war, die ein paar Schäden an der Eisenbahnstrecke beheben müssten, doch könnten es auch Leute von der Polizei sein. Wegen des Zweifels, so erklärten sie uns, sollten wir die kleine Brücke sehr leise überschreiten.
Als wir auf der Brücke waren, hörten wir Hunde bellen, und wirklich, aus der Baracke kamen vier oder fünf Polizisten mit Lampen in den Händen, die uns aufforderten, stehen zu bleiben, und sie schrien  „Stopp! Stopp!“ Trotz der Stopp-Rufe begannen wir alle so schnell wir konnten zu rennen, die ersten von allen waren die Führer. Ein jeder wollte sich selbst retten. Die am meisten Behinderte bei der Flucht war die Frau, und ich hielt sie nahe bei mir, dabei stets den Jungen auf den Schultern. Der Weg durch die Felder war sehr uneben und durch den schmelzenden Schnee besonders schwierig zurückzulegen. Die Frau fiel mehrere Male hin, verlor auch einen Schuh und an einem gewissen Punkt sagte sie zu mir, dass sie es nicht mehr schaffe. So nahm ich auch das kleine Mädchen auf meinen Arm.

In diesem Moment erinnerte ich mich daran, dass ich auch Jesus im Sakrament bei mir trug, den ich seit zwei Jahren stets bei mir hatte, denn in der Tschechoslowakei wusste ich nie, wo ich hingehen könnte, um eine Heilige Messe zu zelebrieren und den Leuten die Kommunion zu spenden. Ich hatte die Erlaubnis, Ihn bei mir zu tragen. Ich betete innig wie nie zuvor und sagte zu Jesus: „Jesus, Du musst uns retten, wenigstens der unschuldigen Kinder wegen! Du musst Barmherzigkeit mit dieser Mutter und diesen Kindern haben!“
Und tatsächlich, die Polizei erfasste drei aus unserer Gruppe, die sehr schnell laufen konnten, doch uns, die wir die Letzten hinten geblieben waren, fasste sie nicht, und so wurden wir gerettet.
Als wir allein waren, denn die Polizei rannte den anderen vor uns nach, orientierten wir uns an den Lichtern eines vielleicht vier Kilometer entfernten Dorfes. Auch ich fiel in einen Wassergraben, doch gelang es mir, mich mit den Ellenbogen so an dem Grabenrand abzufangen, dass das Kleinchen nicht nass wurde. Ehe wir in dem Dorf ankamen, wollte die Mutter das kleine Mädchen sehen, das eingeschlafen war, und dabei stellte sie fest, dass ich es … verkehrt herum, mit dem Kopf nach unten trug! Ich war kein braves Kindermädchen… Doch das kleine Mädchen schlief völlig ruhig, vielleicht auch, weil ich ihm am Abend zuvor – mich dabei an meine Medizinstudien erinnernd – einen leichten Schlafmohntee bereitet hatte, um es zum Schlafen zu bringen und somit zu verhindern, dass es schreien könnte… Und wirklich, die Kleine schlief bestens, selbst mit dem Kopf zu unterst…
Wir erreichten das Dorf noch in der Nacht. Wir klopften an der Tür des Pfarrhauses an. Der Pfarrer nahm uns mit großem Wohlwollen auf, ohne sich um das Risiko zu kümmern, dem er sich aussetzte, denn noch immer befanden wir uns in der russischen Zone. Zunächst dachte er, ich wäre der Vater des Jungen, und er bereitete uns ein Frühstück. Ich sagte zu ihm auf Latein, denn ich konnte noch nicht deutsch sprechen, dass ich ein Priester sei und äußerte ihm gegenüber meinen Wunsch, noch vor dem Frühstück eine Messe zu zelebrieren.
Und so, noch immer ganz durchnässt, zelebrierte ich wohl die ergreifendste Messe seit meiner Primiz. Ich fühlte, aus einer großen Gefahr befreit worden zu sein, vor der es nach menschlichem Ermessen kein Entrinnen gab. Ich fühlte die Güte des Herrn, Seine Gnade, Seinen Plan, und in dieser Messe, die besonders lang gedauert hat, obwohl ich ganz durchnässt und die Kirche kalt war, fragte ich mich: „Herr, was willst Du von mir, wenn Du mich auf so wunderbare Weise gerettet hast?“ Und ich habe mich Ihm wie bei meiner allerersten Messfeier geweiht, vollkommen bereit zu Seiner Dienstbarkeit durch die Hände der Gottesmutter, denn ich will mein Leben ganz und auf besondere Weise in Seine Dienste stellen. Aus dem selben Grund, aus dem Tausende von Priestern in den Gefängnissen leiden, und für die Bekehrung Russlands, genau so, wie es die Gottesmutter in Fatima erbeten hat.

 

* * *


Und es ist wahr, auch heute noch schreibe ich meine Freiheit der Unschuld dieser beiden Kinder zu, die ich im Arm trug. Ihretwegen bin ich nicht wieder erneut in den Kerker geworfen worden, denn Jesus selbst muß von der Situation der unschuldigen Kindern sehr berührt gewesen sein.
Und ich denke auch, dass so, wie ich damals der großen Gefahr ausgesetzt war, es die ganze heutige Menschheit ist, die sich in einer noch viel größeren Gefahr befindet. Ich glaube wirklich, dass die Gottesmutter zu Jesus fleht: „Du musst die Menschheit retten, schon um der Unschuld der Kinder wegen.“
Auch wenn es überhaupt nichts Gutes mehr gäbe, Jesus muß die Unschuld der Kinder respektieren. Aus dem Leben Jesu wissen wir, dass Er eine besondere Vorliebe für die Kinder hatte und stets – auch wenn er noch so müde war – hatte er für sie Herz und Türen geöffnet.
Deshalb, liebe Kinder, bedient sich die Gottesmutter wirklich eurer, sie bedient sich eurer Unschuld zur Rettung der Welt. Das, was ihr tun müsst, findet ihr in der Botschaft der Gottesmutter von Fatima an die Kinder.
Sie hat sich nicht an drei Bischöfe, wie ich es bin, gewendet, sondern an drei kleine Kinder, denn ihr Kleinen seid viel fähiger als die Bischöfe und die Erwachsenen. Wenn es euch gelingt, die Botschaft von Fatima zu begreifen und in die Wirklichkeit umzusetzen, so, wie es die drei Hirtenkinder taten, dann werden alle anderen euch folgen, auch die Erwachsenen.

Mons. PAOLO HNILICA
Titularbischof von Rusado – Gründer von „Pro Deo et Fratribus“
Rom, 1977